U-Theorie

U-Theorie

Ein Ansatz für die Entwicklung von innovativen Ideen und Lösungen.

Wann immer ein Prozess auf einer Handlungsebene stockt, ist es wichtig, anstatt mehr von demselben zu tun, die gleiche Herausforderung anders anzugehen und sich auf die nächst tiefere Ebene von Komplexität und Emergenz zu begeben.

„Lernen lässt sich nicht nur aus der Vergangenheit, sondern auch von der Zukunft. Das ist die Grundidee der U-Theorie.“   [Otto Scharmer]

„Wir brauchen institutionelle Innovationen, die es Gruppen erlauben, von alten Kommunikationsformen hin zu neuen Formen schöpferischer Zusammenarbeit zu gelangen.“   [Otto Scharmer]

„Veränderungsprozesse bestehen zum Grossteil darin, dass man den Interessengruppen eines Systems hilft, die Probleme aus der Sicht der anderen Interessengruppen zu sehen.“   [Otto Scharmer]

Der U-Prozess

Wie ist es möglich bei dringenden und komplexen Herausforderungen Ideen und Strategien zu entwickeln, die zu den neuen Anforderungen passen? Wie gelingt es, innovative Ideen und Ziele zu entwickeln, die nicht nur auf dem Papier stehen, sondern von der Mehrheit der Beteiligten zügig und mit Engagement umgesetzt werden?
Klassische, ausschließlich rationale Lösungsstrategien stoßen dabei immer häufiger an ihre Grenzen. Verfahren, wie sie z.B. in der prozessorientierten Zukunftsmoderation praktiziert werden, die auch den kreativen und intuitiven Potenzialen der beteiligten Personen Raum geben, ermöglichen aber grundlegende Innovationen und Veränderungen bei der Bewältigung anstehender Herausforderungen.
Der U-Prozess stellt einen Leitfaden für Interventionen dar, der andere Methoden wie World Cafe, Appreciative Inquiry und Dialogische Kommunikation in einen plausiblen Gesamtkontext stellt.

Die sieben Führungskompetenzen im U:
– Aufmerksam werden, Raum geben und halten: Hinhören auf die entstehende gemeinsame Intention
– Aktiv wahrnehmen – Innehalten
– Einfühlen/Erfühlen/Erspüren: Mit dem Instrument des Fühlens wahrnehmen
– Presencing – Die Zukunft in der Gegenwart spüren
– Verdichten und Kristallisieren oder: Die Kraft der Intention
– Prototypen: Die Integration von Kopf, Herz und Hand
– Das Neue in die Welt bringen bzw. im Tun verwirklichen

Damit diese sieben Kernfähigkeiten erfolgreich abgearbeitet werden können, benötigen die beteiligten Personen im Rahmen ihrer prozessorientierten Zusammenarbeit eine konsequente dialogische Struktur als Unterstützung. Die dialogisch kommunikative Struktur ist ein wesentliches Element für ein erfolgreiches Gelingen von Veränderungsarbeit, denn nur so kann die notwendige Einbeziehung der Energie und Leidenschaft der Beteiligten gewährleistet werden.

Dazu gehört neben Zeit und Raum zum Reden, Reflektieren und Lernen auch eine Kultur des Respekts und Vertrauens. Es muss Zeit zur Verfügung gestellt werden, auch im Sinne von Langfristigkeit, damit sich Dinge entwickeln und verändern können. Dies läuft dem Effizienz und Effektivitätsdenken in vielen Projekten und auch in den meisten Abläufen einer bürokratischen Verwaltung zuwider.


Abb. 1 Phasen des U-Prozesses

 

Beiträge von Otto Scharmer finden Sie hier