Glossar Wiki

Das persönliche Wörterverzeichnis und Wiki von Rainer Votsmeier

A

 

B

Bricolage

Den Begriff Bricolage verwendete Claude Lévi-Strauss (von frz. bricoler herumbasteln, zusammenfummeln).

Der Bricoleur erschafft etwas aus seinen beschränkten und eingeschränkten Möglichkeiten. Er arbeitet mit dem, was ihm direkt gegeben ist. So wie ein Alchemist, der aus einfachen Materialien Gold macht. Die Herausforderung, mit dem Vorhandenen etwas Sinnvolles und Schönes zu machen ist groß.

C

 

D

 

E

Effectuation

Effectuation ist eine eigenständige Logik des Entscheidens und Handelns, die Akteure dabei unterstützt, Neues in die Welt zu bringen. Die Logik ermöglicht es, eine Zukunft aktiv zu gestalten, wenn das Umfeld unsicher ist und exakte Vorhersage oder Planung nicht möglich sind. Der Effectuation-Ansatz ist ein aktuelles Ergebnis der globalen Entrepreneurship-Forschung, wurde von Professor Saras Sarasvathy (University of Virginia) begründet und seither mehrfach empirisch belegt und weiterentwickelt.
Effectuation bringt aus vagen Ideen neue Produkte, Dienstleistungen und Problemlösungen hervor, es verwendet Faustregeln um zu entscheiden, was als nächstes zu tun ist und es setzt auf Vereinbarungen mit denen, die bereit sind, mitzumachen und das Neue mit gestalten wollen.

F

 

G

Gemeinwohl-Bilanz

Die Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ) mit ihrem Kern, der Gemeinwohl-Bilanz, misst den ethischen Erfolg von Unternehmen und Organisationen analog zur Finanzbilanz, die den wirtschaftlichen Erfolg ausweist. Angestrebt wird eine auf der Basis der real funktionierenden Marktwirtschaft praktizierbare Brücke vom derzeit dominanten Modell hin zum neuen, enkeltaglichen, ressourcen-schätzenden Wirtschaften.

Gemeinwohl-Ökonomie

Gemeinwohl-Ökonomie bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene. Die Gemeinwohl-Ökonomie etabliert ein ethisches Wirtschaftsmodell, dass das Wohl von Mensch und Umwelt wird zum obersten Ziel des Wirtschaftens anstrebt.

H

Heldenreise

Das Modell oder Prinzip der Heldenreise

Der amerikanische Mythenforscher Joseph Campbell entdeckte, dass alle Naturvölker, die er besuchte, eine Gemeinsamkeit hatten. Sie erzählten sich Geschichten, um voneinander zu lernen. Irgendwann fiel Campbell auf, dass diese Geschichten eine typische Situationsabfolge hatten und darin immer wieder ähnliche Charaktere vorkamen. Campbell schrieb dieses Grundmuster auf und legte damit die Heldenreise frei: das allgemein gültige Muster für Geschichten, die Menschen verstehen und aus denen sie lernen. Die Heldenreise ist das „Modell“, das allen erfolgreichen Hollywoodfilmen zugrunde liegt. Ob Star Wars oder Harry Potter, Pretty Woman oder Findet Nemo – jeder dieser Filme ist nach den Stufen der Heldenreise gebaut.
Die Heldenreise hilft Menschen aber auch noch auf einer ganz anderen Ebene – nämlich bei der persönlichen Entwicklung. Mit ihrer Hilfe kann eine Person Erlebnisse und Geschehnisse besser einordnen und mit ihren Talenten im Einklang leben.
Das Prinzip der Heldenreise bietet auch eine Methodik für kreative Personal- und Organisationsentwicklung. Als roter Faden führt es Mut, Kreativität, Orientierung und Sinn zusammen und beflügelt Innovationen und Wandel. Ein Kompass, entwickelt aus den Erfahrungen der Menschheit mit Veränderungen. Ein tradiertes Muster das als Referenzrahmen, Orientierungsmuster und Handlungsgerüst dient und durch eine stabile Struktur kreative Freiräume öffnet.

I

Integrale Theorie

Die integrale Theorie ist ein systematisches Modell für eine holistische Welterklärung. Sie geht davon aus, dass die in der modernen Wissenschaft stark ausdifferenzierten Wirklichkeitsbereiche von Natur, Mensch, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in der Realität vielfältig verflochten sind. Für eine zukunftsfähige oder nachhaltige Entwicklung braucht es daher neben den Einzel- oder Fachwissenschaften auch die Welt als Ganzes auf neue, moderne integrierende Denkansätze, Forschungen und Theorien.

J

K

L

Leadership

A leader is one who influences or leads others.
Leadership is both a research area and a practical skill encompassing the ability of an individual or organization to „lead“ or guide other individuals, teams, or entire organizations. [Wikipedia]

Management – konzeptionell-instrumentelle Unternehmenssteuerung („business administration“), „harte Faktoren“ im Sinne der traditionellen Betriebswirtschaft, transaktionale Führung auf dem rationalen Prinzip Belohnung/Sanktion gegen Leistung

Leadership (Führung) – beeinflussend-motivierende Tätigkeit, „weiche Faktoren“, transformationale Führung als Beeinflussung von Mitarbeitern mit charismatisch-visionären Impulsen

Creative Leadership –

Digital Leadership –

Generative Leadership –

Integral Leadership –

New Leadership –

Personal Leadership –

Pirate Leadership – demokratisierte Struktur, konsequente Selbstorganisation und die Förderung von Entscheidungsfreiheit auf allen Ebenen.

Servant Leadership –

Transformational Leadership –

 

Lernen am Modell nach Albert Bandura

Lernen am Modell“ (oder auch „Nachahmungs- und Imitationslernen“, „Vorbildlernen“ oder „Beobachtungslernen“ genannt) ist die von Albert Bandura eingeführte Bezeichnung für einen kognitiven Lernprozess, der vorliegt, wenn ein Individuum als Folge der Beobachtung des Verhaltens anderer Individuen sowie der darauffolgenden Konsequenzen sich neue Verhaltensweisen aneignet oder schon bestehende Verhaltensmuster weitgehend verändert.

Liberating Structures

Liberating Structures sind (aktuell) 33 Mikrostrukturen, die von Keith McCandless und Henri Lipmanowicz zusammengetragen wurden und bieten einen alternativen Weg, die Zusammenarbeit von Menschen zu gestalten. Liberating Structures führen kleine Veränderungen in die Art und Weise ein, wie wir uns besprechen, planen, entscheiden und zueinander in Verbindung stehen. Sie fördern die gelebte Beteiligung in Gruppen jeglicher Größe, indem sie es möglich machen, jeden wirklich einzubinden und zu entfesseln. Sie entzünden Einfallsreichtum, indem sie eine minimale Struktur der Zusammenarbeit vorgeben, während der Inhalt oder der behandelte Gegenstand frei gesetzt wird.

M

 

N

 

O

 

P

 

Q

Quellentheorie

Peter König, Experte für Geld- und Quellenarbeit, hat entdeckt, dass jede Organisation nur dann erblüht, wenn sie von der Quelle her gut versorgt ist. Wenn nun eine Quelle mit ihrer Idee „etwas unternimmt“ und andere sich ihr anschließen, weil sie von der Idee überzeugt sind, kann eine Or­ganisation entstehen. Die an der Idee Interessierten können als „Helfer“, „Sub-Quellen“ oder „Angestellte“ mitwirken. Solange die Organisation von der ursprünglichen Quelle (dem Gründer) geleitet und nachhaltig inspiriert wird, hat sie gute Chancen, sehr erfolgreich zu werden.

R

 

S

Salutogenese nach Antonovsky

Nach dem Salutogenese-Modell ist Gesundheit nicht als Zustand, sondern als Prozess zu verstehen. Der menschliche Organismus als System ist permanent (natürlichen) Einflüssen und Prozessen ausgesetzt, die eine Störung seiner Ordnung (d.h. seiner Gesundheit) bewirken. Gesundheit ist kein stabiler Gleichgewichtszustand, sondern muss in der Auseinandersetzung mit krankmachenden Einflüssen kontinuierlich neu aufgebaut werden. Die Suche nach spezifischen Krankheitsursachen muss nach Antonovsky durch die Suche nach gesundheitsfördernden bzw. gesunderhaltenden Faktoren (salutorischer Ansatz) ergänzt werden.

Soziale Dreigliederung

Die Dreigliederung des sozialen Organismus – oder die Soziale Dreigliederung – ist ein Leitbild für gesellschaftliche Ordnung und Entwicklung, das in den Jahren 1917–1922 von Rudolf Steiner entworfen und ausgearbeitet wurde.

Die Soziale Dreigliederung beschreibt die Grundstruktur einer Gesellschaft, in der die Koordination der gesamtgesellschaftlichen Lebensprozesse nicht zentral durch den Staat oder eine Führungselite erfolgt, sondern in der sich die drei Bereiche des sozialen Lebens: Geistesleben (Kultur), Rechtsleben bzw. Politik und Wirtschaft selbst verwalten und relativ autonom den je eigenen Funktionsprinzipien folgen.

Soziokratie

Die Soziokratie ist ein Organisationsmodell, das Prof. Dr. Ing. Gerard Endenburg in den 60iger Jahren in Holland entwickelte und in seinem eigenen Unternehmen anwandte. Sein Anliegen bestand darin, eine Organisation zu schaffen, in der Führungskräfte und Mitarbeiter partnerschaftlich und effektiv zusammenarbeiten. Seit Mitte der 70er Jahre wird Endenburgs Ansatz vom Soziokratischen Zentrum in Holland verbreitet und in vielen Unternehmen angewandt.

Synchronizität

Unter Synchronizität versteht man eine bedeutsame Übereinstimmung von zwei oder mehr Ereignissen, bei denen etwas anderes als die Wahrscheinlichkeit des Zufalls beteiligt ist.

 

T

Transaktionales Stressmodell von Lazarus

Nicht jeder Mensch geht mit externen Stressfaktoren wie z.B. Zeitdruck, Aufgabenvielfalt oder Konflikte im sozialen Umfeld auf die gleiche Weise um. Einige Menschen werden durch ein und denselben externen Stressor stärker gestresst und psychisch beansprucht als andere. Warum ist das so? Eine Erklärung für die großen Unterschiede bietet das Transaktionale Stressmodell von Lazarus. Es geht davon aus, dass die Reaktion auf externe Stressfaktoren maßgeblich von den Gedanken, Beurteilungen und Bewertungen einer Person in der jeweiligen Situation bestimmt werden. Stress entsteht, wenn ein Ungleichgewicht besteht zwischen den Anforderungen, die an eine Person gestellt werden, und den persönlichen Möglichkeiten und Ressourcen, die zur Verfügung stehen, um die Anforderungen zu bewältigen.

U

U-Theorie

Wann immer ein Prozess auf einer Handlungsebene stockt, ist es wichtig, anstatt mehr von demselben zu tun, die gleiche Herausforderung anders anzugehen und sich auf die nächst tiefere Ebene von Komplexität und Emergenz zu begeben.

Die U-Theorie ist ein Ansatz für die Entwicklung von innovativen Ideen und Lösungen.

V

W

X

Y

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