Soziokratie

Soziokratie

Die Soziokratie ist ein Organisationsmodell, das Prof. Dr. Ing. Gerard Endenburg in den 60iger Jahren in Holland entwickelte und in seinem eigenen Unternehmen anwandte. Sein Anliegen bestand darin, eine Organisation zu schaffen, in der Führungskräfte und Mitarbeiter partnerschaftlich und effektiv zusammenarbeiten. Seit Mitte der 70er Jahre wird Endenburgs Ansatz vom Soziokratischen Zentrum in Holland verbreitet und in vielen Unternehmen angewandt.

Endenburgs Modell der Soziokratie beschäftigt sich mit der Frage, wie Macht oder Herrschaft gesteuert werden kann auf der Basis von Gleichwertigkeit und gemeinsamen Zielen. Er sieht eine Organisation als eine Gemeinschaft von Menschen, die versuchen, eine gemeinsame Vision der Gesellschaft/Umgebung zu verwirklichen und gemeinsam bestimmte Ziele zu erreichen. Dazu wird die Organisation in Kreisen aufgebaut, in denen die Mitglieder gemeinsam entscheiden, was die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit sind. Nicht die Führungskraft alleine entscheidet über die Richtung und den Rahmen des Teams/Unternehmens, sondern der Kreis auf Basis von Gleichwertigkeit. Gefährten, Bundesgenossen, Kameraden sind Menschen, die miteinander verbunden sind und gemeinsame Interessen oder Ziele haben. Diese Gefährten teilen sich die Macht, die Herrschaft, sie sind gleichwertig, auf einer Ebene, herrschen nicht übereinander, sondern miteinander. Wahrscheinlich gewinnen sie zumindest einen Teil ihrer „Kraft“ gerade aus der Gemeinschaft und der gemeinsamen Ausrichtung auf ein höheres Ziel.

Es gibt in der Soziokratie folgende Grundprinzipien:
1. Der Konsent regiert die Beschlussfassung.
2. Die Organisation wird in Kreisen aufgebaut, die innerhalb ihrer Grenzen autonom ihre Grundsatzentscheidungen treffen.
3. Zwischen den Kreisen gibt es eine doppelte Verknüpfung, d.h. jeweils zwei Personen nehmen an beiden Kreissitzungen teil.
4. In den Kreisen werden die Personen für die Funktionen und Aufgaben im Konsent nach offener Diskussion gewählt.